Wie führt man das Chronic Care Modell in der Praxis ein? Eine Hilfestellung 

Ziel der Guideline
Einführung eines strukturierten Chronic Care Management  in der Praxis zur Verbesserung von Behandlungsqualität, Patientenzufriedenheit und Outcomes sowie Standardisierung der Abläufe und Rollen im Praxisteam.

Geltungsbereich
• Gilt für alle Mitarbeitenden der Praxis (Ärzt:innen, MPK/MPA, Administration).
• Bezieht sich auf erwachsene Patient:innen mit chronischen Krankheiten im Rahmen des Chronic Care Modells.  

praktische Umsetzung: 

  1. Einstieg ins Chronic Care Modell Sicherstellung der Unterstützung der Praxisinhaber sowie Onboarding des Praxisteams. Besprechung gemeinsamer Vision.
  2. Starten Sie mit vorzugsweise mit 1.nem Krankheitsbild. Nutzen Sie die Erfahrung des Einstiegs für weitere Patientengruppen.

praktische Anwendung: Eruierung der Zielgruppe mittels Patientensoftware. Nutzen Sie dabei als Möglichkeit Diagnosecodes.
Die wichtigsten im Bezug des Chronic Care Managements Diagnosecodes sind hier zusammengefasst:

Tessinercode:
Herz-/Kreislauf
• A1: Kardiale Vitien/Herzklappen
• A2: Herzkranzgefässe/Myokardinfarkt
• A4: Hypertonie
• A6: Venen/Varizen
Atmung
• C1: Asthma
• C2: Chronischer Husten
• C4: Lunge/Pleura
Bewegungsapparat
• D2: Gelenke/Bänder
• D3: Arthritis/Bechterew
• D4: Arthrose
• D5: Wirbelsäule
Stoffwechsel
F1: Diabetes/Zuckerstoffwechsel

3. Überprüfen Sie die Patientenliste und gehen Sie diese mit der ärztlichen Leitung durch (Compliance, anderweitige Schwierigkeiten, Dringlichkeiten, etc.)

4. Es bietet sich an, als Einstieg ein standardisiertes Verfahren festzulegen. Praktische Umsetzung anhand Beispiel Diabetes: Zum Einstieg ins Chronic-Care-Management bei zuvor mit der Ärzteschaft definierten Patientengruppe eine Fusskontrolle einplanen.

5. Möglichkeiten: 

- Bieten Sie die Patienten direkt für die Fusskontrolle in Ihrer Sprechstunde auf oder

- vermerken Sie bei der nächsten Konsultation dieser Patienten, dass ein Termin zur Fusskontrolle bei Ihnen veranschlagt wird.

  1. Starten Sie mit den Fusskontrollen bei Ihren Diabetespatienten, benutzen Sie für die nächste Terminvereinbarung von dieser die aktuelle Guideline (siehe Rubrik «Diabetes, Fusskontrolle). Klären Sie im Rahmen der Fusskontrolle den weiteren Handlungsbedarf im Rahmen des Chronic Care und vereinbaren Sie entsprechend Folgetermine (Lifestyleberatung, Glukosemessung, Ernährungsschulung, etc…).


Gestalten Sie diese Abfolge im Rahmen eines PDCA Zyklus und überprüfen Sie die Resultate. Dieses praktische Anwendungsbeispiel kann auf weitere Krankheitsbilder appliziert werden.

Dies ist eine von mehreren Möglichkeiten zur Einführung Ihrer persönlichen Sprechstunde. Nutzen Sie den Austausch zwischen anderen Fachpersonen und Arztpraxen, um weitere Ansätze zu ergründen! 


 
 
 
 
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